Aus eigener Herstellung

Als Bür­ger­meis­ter Neşet Tur­han im Jahr 2014 den ers­ten Erzeu­ger­in­nen­markt (tür­kisch: Kadın Üre­ti­ci Pazarı) in Mezit­li eröff­ne­te, hat­te er vor allem die wirt­schaft­li­che Situa­ti­on von Frau­en im Blick: »Als wir unse­ren Markt grün­de­ten, woll­ten wir allen Frau­en die Mög­lich­keit geben, ihre Fähig­kei­ten aus dem Haus­halt zu nut­zen – sei es Male­rei, Kunst­hand­werk, Oli­ven, Mar­me­la­de, Kon­fi­tü­ren, Lebens­mit­tel oder was auch immer. Bei Pro­jekt­be­ginn sag­ten wir, dass kei­ne Frau mehr sagen soll­te: Ich bin ohne Arbeit, ich habe kei­ne wirt­schaft­li­che Macht.« 

Kadın Üre­ti­ci Pazarı, Yeni Mah., Mezit­li, 09.05.2026

Heu­te gibt es in der Stadt und den umlie­gen­den Dör­fern neun sol­cher Märk­te, die sams­tags und sonn­tags geöff­net haben. Auf die­sen Märk­ten dür­fen aus­schließ­lich Frau­en ihre selbst her­ge­stell­ten Pro­duk­te ver­kau­fen. Die Stadt­ver­wal­tung unter­stützt die Erzeu­ge­rin­nen mit Steu­er­be­frei­un­gen, Spiel­plät­zen für Kin­der und voll aus­ge­stat­te­ten Markt­stän­den.

Ziel des Pro­jekts ist, den Frau­en eine grö­ße­re finan­zi­el­le Unab­hän­gig­keit (von ihren Män­nern) zu ermög­li­chen. Aber es geht der Kom­mu­ne auch um die Begeg­nung von Stadt und Land und um ein soli­da­ri­sches Mit­ein­an­der. Dar­um steht am Ein­gang zum Markt ein Schild mit Preis­span­nen der ange­bo­te­nen Waren, um nicht der Kon­kur­renz übli­cher Wochen­märk­te nach­zu­ei­fern.

Ins­ge­samt sind auf den ver­schie­de­nen Märk­ten etwa 800 Frau­en mit Stän­den ver­tre­ten. Etwa 90% von ihnen ver­kau­fen selbst ange­bau­tes Obst und Gemü­se, Oli­ven, Honig, Öle und Essi­ge, Back­wa­ren und ande­re Lebens­mit­tel; 10% sind mit Strick­wa­ren, Hand­ar­bei­ten oder Schmuck­erzeug­nis­sen ver­tre­ten.

2018 gewann die Stadt mit die­sem Pro­jekt den Inno­va­ti­ons­preis des Welt­ver­bands der Kom­mu­nen.

Kadın Üre­ti­ci Pazarı, Yeni Mah., Mezit­li, 09.05.2026