Hochwasser

Dezem­ber und Janu­ar sind die nie­der­schlags­reichs­ten Mona­te in Mer­sin. Der Regen füllt die Stau­seen im Tau­rus-Gebir­ge und sichert die Trink­was­ser­ver­sor­gung der Pro­vinz im Som­mer. Fällt aller­dings zu viel Nie­der­schlag auf ein­mal, besteht schnell Hoch­was­ser-Gefahr.

Der Mezit­li-Fluss ist nur etwa zwan­zig Kilo­me­ter lang, hat aber durch ver­schie­dens­te Zuflüs­se aus den Ber­gen ein Ein­zugs­ge­biet von 166 Qua­drat­ki­lo­me­tern, also etwa von der Grö­ße Liech­ten­steins.

Mezit­li Kütü­pha­ne Kafe, Yeni Mah., Mezit­li, 31.01.2026

Ges­tern haben dann Stark­re­gen­fäl­le in der Stadt und anhal­ten­de Nie­der­schlä­ge in den Ber­gen den Fluss über die Ufer tre­ten las­sen. Treib­holz, Äste aus den Wäl­dern, jede Men­ge Schlamm und Mit­ge­schwemm­tes von unter­wegs sind mit rie­si­gen Was­ser­mas­sen Rich­tung Meer gestürzt und haben auf ihrem Weg ziem­li­che Ver­wüs­tun­gen hin­ter­las­sen (Vide­os davon gibt es hier und hier). 

Brü­cken­ge­län­der wur­den mit­ge­ris­sen, Stra­ßen über­flu­tet, Autos weg­ge­schwemmt, gepflas­ter­te Wege unter­spült. Die enor­me Strö­mung, die durch die Kana­li­sie­rung des Fluss­betts ent­steht, hat zusätz­li­che Schä­den ange­rich­tet. Die Brü­cke über den Fluss an der Mün­dung ins Meer, am Viranşe­hir Strand, wur­de zunächst eigent­lich nicht beschä­digt; die Was­ser­mas­sen haben aber ihren Mit­tel­pfei­ler aus Beton aus sei­ner Boden­ver­an­ke­rung geris­sen.

Baum­stäm­me, Äste und jede Men­ge Treib­holz wur­den über den Fluss ins Meer gespült und dort durch Ebbe und Flut über den gan­zen Küs­ten­strei­fen ver­teilt und wie­der ange­schwemmt. Die Gemein­de­ver­wal­tung wird mit Instand­set­zung und Auf­räum­ar­bei­ten sicher noch eini­ge Zeit beschäf­tigt sein – und die Regen­sai­son ist noch nicht vor­bei.