Hochwasser
Dezember und Januar sind die niederschlagsreichsten Monate in Mersin. Der Regen füllt die Stauseen im Taurus-Gebirge und sichert die Trinkwasserversorgung der Provinz im Sommer. Fällt allerdings zu viel Niederschlag auf einmal, besteht schnell Hochwasser-Gefahr.
Der Mezitli-Fluss ist nur etwa zwanzig Kilometer lang, hat aber durch verschiedenste Zuflüsse aus den Bergen ein Einzugsgebiet von 166 Quadratkilometern, also etwa von der Größe Liechtensteins.

Gestern haben dann Starkregenfälle in der Stadt und anhaltende Niederschläge in den Bergen den Fluss über die Ufer treten lassen. Treibholz, Äste aus den Wäldern, jede Menge Schlamm und Mitgeschwemmtes von unterwegs sind mit riesigen Wassermassen Richtung Meer gestürzt und haben auf ihrem Weg ziemliche Verwüstungen hinterlassen (Videos davon gibt es hier und hier).
Brückengeländer wurden mitgerissen, Straßen überflutet, Autos weggeschwemmt, gepflasterte Wege unterspült. Die enorme Strömung, die durch die Kanalisierung des Flussbetts entsteht, hat zusätzliche Schäden angerichtet. Die Brücke über den Fluss an der Mündung ins Meer, am Viranşehir Strand, wurde zunächst eigentlich nicht beschädigt; die Wassermassen haben aber ihren Mittelpfeiler aus Beton aus seiner Bodenverankerung gerissen.
Baumstämme, Äste und jede Menge Treibholz wurden über den Fluss ins Meer gespült und dort durch Ebbe und Flut über den ganzen Küstenstreifen verteilt und wieder angeschwemmt. Die Gemeindeverwaltung wird mit Instandsetzung und Aufräumarbeiten sicher noch einige Zeit beschäftigt sein – und die Regensaison ist noch nicht vorbei.