Vom Baumwollgarn zum Filmstoff

Im Jahr 1887 ent­stand mit der Çukur­o­va Sanayi İşl­etm­eleri eine der ältes­ten und größ­ten Webe­rei­en, Stoff­dru­cke­rei­en und Garn­fa­bri­ken in Tar­sus. Nach einer lan­gen wirt­schaft­li­chen Erfolgs­ge­schich­te wur­de sie 1991 durch einen Groß­brand, der die 19.000 m² gro­ße Webe­rei­hal­le ver­nich­te­te, weit­ge­hend zer­stört. Die Fabrik exis­tier­te zunächst bis in die 2000er-Jah­re wei­ter, ehe vie­le ihrer Gebäu­de geschlos­sen wur­den und sie schließ­lich voll­stän­dig still­ge­legt wur­de.

Çukur­o­va Sanayi İşl­etm­eleri, Tar­sus, 04.04.2026

Die ehe­ma­li­gen Umklei­de­räu­me beher­ber­gen heu­te die Çukur­o­va-Kunst­ga­le­rie; zwei ehe­ma­li­ge Wohn­heim­ge­bäu­de wer­den noch als Woh­nun­gen genutzt, die übri­gen Gebäu­de sind funk­ti­ons­los und ver­fal­len. Ver­schie­de­ne Ideen einer alter­na­ti­ven Nut­zung schei­ter­ten vor allem am feh­len­den Geld.

Das Fabrik­ge­län­de hat sich dafür heu­te auf­grund sei­ner his­to­ri­schen Gebäu­de, der alten Her­ren­häu­ser und sei­ner Grö­ße zu einem belieb­ten Dreh­ort für Fil­me­ma­cher ent­wi­ckelt. In jüngs­ter Zeit dien­te das Gelän­de als Film­ku­lis­se, z.B. für den Kino­film »Müs­lüm« über den tür­ki­schen Ara­besk-Sän­ger Müs­lüm Gür­ses oder die Net­flix-Serie »Şahm­a­ran«, über ein mythi­sches Wesen, halb Frau, halb Schlan­ge, der in Tar­sus auch eine Sta­tue gewid­met ist.